Zeitraum des Projekts
Seit 2016
Collina d’Oro treibt die Elektromobilität voran: Dank einer Initiative des regionalen Energieversorgers erhielt die kleine Gemeinde ihre ersten allgemein zugänglichen Ladestationen. Nun baut sie ihr Ladenetz selbst weiter aus.
Auf einem der sonnigen Hügel rund um den Lago di Lugano thront mit malerischer Aussicht das Dörfchen Collina d’Oro. Von den 4800 Einwohnerinnen und Einwohner besassen 2019 nur 13 ein Elektroauto. 2021 waren es 75, 2023 bereits 149.
Seit 2019 bietet die Gemeinde finanzielle Anreize für den Kauf von Elektroautos. Pro Auto zahlt sie 10 % oder maximal CHF 3000 an den Kaufpreis. Und seit 2016 gibt es in Collina d’Oro vier allgemein zugängliche Ladestationen.
Zu verdanken ist dies dem regionalen Energieversorger AIL SA. 2016 bot er der kleinen Gemeinde an, für sie Ladestationen zu bauen. «Wir wussten, dass es früher oder später einen Bedarf für allgemein zugängliche Ladestationen geben würde», erinnert sich Katrin Carpineti, Leiterin der Abteilung Umweltschutz. Collina d’Oro nahm die Anfrage zum Anlass, sich intensiver mit Elektromobilität zu beschäftigen. Politisch fand die Idee schnell Unterstützung.
Die Kosten für die ersten vier Ladestationen hat der Energieversorger übernommen. «AIL SA wollte damals sein Netz ausbauen und hatte ein Interesse daran, weitere Gemeinden an Bord zu holen», erklärt Carpineti. Die Gemeinde musste lediglich die Kosten für den Stromanschluss übernehmen. Je nach benötigter Infrastruktur investierte sie CHF 2500 bis 3500 pro Standort.
Für die Realisierung arbeiteten die beiden Partner Hand in Hand: «AIL SA war federführend in allen technischen Fragen. Wir kennen unser Gemeindegebiet und die Bedürfnisse der Bevölkerung», sagt Carpineti. «So haben wir gemeinsam geeignete Standorte definieren können.»
Dank der vier Stationen von AIL SA haben wir gesehen, dass die allgemein zugänglichen Ladestationen wirklich ein Bedürfnis der Bevölkerung sind.
Die vier Ladestationen wurden alle an publikumsintensiven Standorten platziert: Auf dem zentralen Dorfplatz, bei einem Freizeit- und Erholungsgebiet, bei einem Sportplatz sowie in einem belebten Gebiet rund um eine Schule und weiteren öffentlichen Einrichtungen.
Pro Standort wurde jeweils eine Ladestation mit mehreren Ladepunkten realisiert. «Es wäre günstiger gewesen, pro Standort mehrere Stationen zu bauen. Aber weil Collina d’Oro weitläufig ist, war es uns wichtig, Stationen in den verschiedenen Ortsteilen anzubieten», erklärt Carpineti. Bisher reiche die Kapazität aus – es gibt noch keinen Bedarf nach zusätzlichen Ladesäulen an den bestehenden Standorten. Nur die am stärksten frequentierte Ladestation auf dem zentralen Platz beim Gemeindehaus musste inzwischen durch eine stärkere ersetzt werden.
Mit dem Projekt ist die Gemeinde zufrieden: «Die Nutzendenzahlen nehmen jedes Jahr laufend zu.» Dies hat die Gemeinde dazu bewogen, das Netz weiter auszubauen: Bis Sommer 2025 will Collina d’Oro an fünf weiteren Standorten eigene Ladestationen erstellen. Zwei davon sind bereits im Bau und werden demnächst in Betrieb genommen. Der Gemeinderat hat bereits CHF 140'000 Investitionskosten genehmigt. Diese werden durch den kantonalen Fonds für erneuerbare Energien gedeckt: Jede Gemeinde im Kanton Tessin erhält jährlich einen Betrag aus dem Fonds, den sie für die Förderung von erneuerbaren Energien einsetzen kann – dazu gehört auch der Bau von Ladeinfrastruktur.
Verwaltet werden die fünf neuen Ladestationen, genauso wie die bisherigen, von Emotì. Emotì selbst baut keine Ladestationen, sondern verwaltet und betreibt das Netz der neun grössten Energieversorger des Kantons – und damit praktisch alle Tessiner Ladestationen. Auch Collina d’Oro wird sich mit den fünf neuen Stationen dem Netzwerk von Emotì anschliessen. «Wir denken dabei vor allem an die Kundinnen und Kunden, die so alle Ladestationen über dasselbe System auffinden und nutzen können», erklärt Carpineti.
«Dank der vier Stationen von AIL SA haben wir gesehen, dass die allgemein zugänglichen Ladestationen wirklich ein Bedürfnis der Bevölkerung sind», erklärt Carpineti. «Projekte, die der Bevölkerung direkt nützen, finanzieren wir gerne.» Zudem profitiere die Gemeinde auch von einem Imagegewinn: «Wir konnten uns dank des Projekts als grüne Gemeinde positionieren.»
Seit 2016
Gemeinde Collina d’Oro (TI)
2016 – 2024: CHF 2500 bis 3500 für Stromanschlüsse pro Standort für insgesamt vier Ladestationen, die restlichen Investitionskosten wurden vom Energieversorger AIL SA getragen. 2025: CHF 140 000 für fünf Ladestationen, finanziert durch den kantonalen Fonds für erneuerbare Energien.
Gemeinde Collina d’Oro und Energieversorger AIL SA
Katrin Carpineti Leiterin der Abteilung Umweltschutz, Gemeinde Collina d’Oro kcarpineti@collinadoro.swiss +41 79 423 85 09